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Social Media: 5 Rechtliche Online-Fallstricke und wie du sie vermeidest!

Mausfalle, Falle, Fallstrick

Social Media ist schnell umgesetzt und bei richtiger Anwendung so effektiv wie kaum ein anderer Kommunikationskanal. Die einzelnen Kanäle lassen sich per Statistik bewerten und in vielen Netzwerken ist die Bewerbung einzelner Inhalte dank feinstem Targeting fast ohne Streuverluste.

Kein Wunder, dass sich nahezu jedes Startup sofort auf Social Media stürzt und erst mal Vollgas in den sozialen Netzwerken gibt. Doch Vorsicht: Auch in den sozialen Netzwerken gelten deutsche Gesetze – auch wenn die Möglichkeiten von Facebook & Co noch viel mehr versprechen!

Social Media Falle 1: Das Impressum

In Deutschland besteht eine Impressumspflicht für alle Publikationen, die einen geschäftsmäßigen Hintergrund haben. Das bedeutet, dass jeder Prospekt und jeder Flyer einen ordentlichen Absender haben müssen, an den sich der Leser wenden kann.

Für die elektronischen Medien wird diese Regelung im §5 Telemediengesetz festgehalten. Demnach besteht für Webseiten, Onlineportale und Social Media-Profile und –Seiten die Impressumspflicht, wenn das Onlinenagebot in einem geschäftsmäßigen Zusammenhang steht. Der Leitfaden des Bundesministeriums der Justiz rät dazu, im Zweifel ein Impressum vorzuhalten, denn die Grenzen sind fließend.

Fazit 1:

Social Media-Profile oder –Seiten, die in einem geschäftlichen Zusammenhang stehen, müssen ein Impressum vorhalten. Xing und Facebook-Pages bieten mittlerweile Felder für das Impressum. Bei allen anderen Social Media-Netzwerken gibt es einen kleinen Trick, ein Impressum zu implementieren: Verlinkt einfach die Impressum-Seite eurer Webseite mit dem Profil!

Social Media Falle 2: Bildrechte – Urheberrechte

Wenn ihr auf Themensuche in den sozialen Netzwerken seid, werdet ihr viele interessante Fotos, Abbildungen und Texte finden, die ihr gerne für eure Online-Reputation nutzen wollt. Und wie heißt es immer so schön: Gut kopiert ist besser als schlecht erfunden?

Hier kann man nur warnen. Denn genauso wie es den Tatbestand der Industriespionage gibt, gibt es auch den Ideenklau und die Verletzung von Urheberrechten. Und das gilt für jeden Text, jedes Bild, jede Zeichnung, jede Tonaufnahme (und noch vieles mehr)! Durch das Urhebergesetz ist Inhalt, Umfang, Übertragbarkeit und Folgen der Verletzung des subjektiven Rechtes geregelt.

Das heißt im Klartext: Kopiert man Texte, Grafiken und nutzt man Fotos und Abbildungen ohne Nutzungserlaubnis, verstößt man nicht nur gegen geltendes Recht, sondern schmückt sich auch noch fremder Federn. Im Zweifelsfall kann das sehr teuer werden und zu einem großen Imageschaden führen.

Fazit 2:

Wer hat’s erfunden? Bevor man fremde Inhalte für seine eigenen Zwecke nutzt, ist es lohnenswert, sich mit dem Urheber in Verbindung zu setzen. Dann kann man die Nutzungsrechte klären und ohne Risiko die vereinbarten Inhalte nutzen.

Social Media Falle 3: Bildrechte – Social Media Lizenzen

Jeder weiß es: Wenn das Visual passt, wird geliked und geshared und ist der Inhalt auch noch passend, wird sogar kommentiert! Also sind alle auf der Suche nach dem perfekten Aufmacher-Foto. Was für Print-Anzeigen und –Produkte überhaupt kein Problem ist, kann in den sozialen Netzwerken schnell zum Super-Gau werden. Grund dafür ist, dass viele Bildagenturen von ihren Nutzern verlangen, dass ein Copyright-Vermerk in unmittelbarer Nähe zu der Abbildung angebracht wird. Auf einer Webseite erscheint das erst einmal recht einfach. Doch was passiert, wenn jemand genau dieses Bild dann auf Facebook teilt? Dann verschwindet der Copyrightvermerk und es entsteht ein Verstoß gegen die Nutzungsvereinbarungen. Manche Bildagenturen sind dazu übergangen, den Copyrightvermerk auf dem Foto zu verlangen, was dem Bild natürlich schadet.

Andere Bild-Agenturen haben eine Social Media-Lizenz eingeführt, bei der bestimmte Abbildungen und Fotos auch problemlos in die sozialen Netzwerke geteilt werden dürfen.

Fazit 3:

Auch wenn die Nutzungsrechte ordentlich bei einer Bildagentur oder dem Urheber selbst eingekauft wurden, ist darauf zu achten, dass eine sogenannte Social Media-Lizenz mit inbegriffen ist. Nur so kann sichergestellt werden, dass keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten bei der Nutzung von Bild-Lizenzen auftreten.

Social Media Falle 4: Persönlichkeitsrechte – das Recht am eigenen Bild

Wow! Ihr habt es geschafft, euer Startup läuft an, ihr seid so happy, dass ihr erst einmal eine Party schmeißt! Die Stimmung ist prima und ihr macht den einen oder anderen Schnappschuss – so können doch alle über Facebook und Twitter an eurer Party mitmachen!

Doch Vorsicht: Das Recht am eigenen Bild (§§ 22 ff. KUG) und die allgemeinen Persönlichkeitsrechte (Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) regeln, was veröffentlicht werden darf. So müssen die abgebildeten Personen ihr Einverständnis zum Ablichten gegeben haben. Einzige Einschränkung: Wenn sich die Personen zufällig als Beiwerk auf dem Foto befinden. Das veröffentlichte Foto hingegen sollte keine nachteilige Wirkung auf die abgelichtete Person haben. Sollte der Verdacht bestehen, dass sich eine Veröffentlichung negativ auswirken könnte, wird die Veröffentlichung untersagt.

Fazit 4:

Ganz gleich ob Fotos auf einem Event, in der Produktion oder unterwegs: Die abgebildeten Personen sollten ihr Einverständnis dazu gegeben haben. Bei einer Veranstaltung genügt im Übrigen der Hinweis, dass Filmaufnahmen gemacht werden und man sich mit dem Besuch der Veranstaltung auch hierzu einverstanden erklärt. Im eigenen Interesse sollten nur Fotos veröffentlicht werden, die keine negativen Folgen für den Abgebildeten haben.

Social Media Falle 5: Email-Marketing

Neben den sozialen Netzwerken gibt es das gute alte Email-Marketing, das nicht nach wie vor gute Dienste leistet. Es hilft eine konkrete Kundenbeziehung aufzubauen, dient als Reminder und landet immer wieder im persönlichen Email-Fach von Kunden und Interessenten!
Da wäre es doch toll, wenn man einfach alle Email-Adressen im eigenen Postfach nutzt und einen Newsletter rausschickt, am besten vollautomatisiert!

Auch hier sollte man einen kleinen Moment tief durchatmen und sich über die rechtlichen Begebenheiten informieren:
Prinzipiell sollte das Double-Opt-In-Verfahren bei der Anmeldung zum Newsletter angewendet werden: Der Newsletter-Abonnent erhält nach Anmeldung eine Email, in der er per Klick auf einen Link seine Anmeldung bestätigen muss. So ist sichergestellt, dass die Anmeldung von ihm gewollt und nicht versehentlich vorgenommen wurde.

Bei Bestandskunden gibt es die Möglichkeit, sie in die Newsletter-Liste aufzunehmen, sofern das Angebot im Newsletter inhaltlich mit den Inhalten der bisherigen Geschäftsbeziehung übereinstimmt und der Empfänger einer Zusendung von Werbung nicht widersprochen hat.
Ebenso wichtig wie ein dokumentiertes Anmeldeverfahren ist das Impressum (siehe oben) und der obligatorische Link zum Austragen aus der Email-Liste.

Fazit 5:

Ein Newsletter ist eine perfekte Ergänzung zum Social Media Marketing und sorgt dafür, dass Informationen direkt in die Zielgruppe getragen werden. Wichtig ist, sich in die rechtlichen Belange des Email-Marketings einzuarbeiten und die Besonderheiten zu beachten. Ebenso wichtig wie die Kenntnisse über rechtliche Fallstricke im Email-Marketing ist die Auswahl des richtigen Email-Tools.

Über Stefan Hoffmeister

Ste­fan Hoffmeis­ter ist Fach­wirt im Sozial– und Gesund­heitswe­sen (IHK) und Social Media Man­ager (ILS). In den Jahren 2009 bis 2012 war er Founder des Mul­ti­chan­nel E-Commerce Versenders justlife24, einem Anbi­eter von Fit­ness, Well­ness und Gesund­heit­sar­tikeln. Seit 2012 ist er Her­aus­ge­ber des E-Commerce– und Social Media-Magazins geistre​ich78​.info, mit regelmäßi­gen Gas­tau­toren. Neben dem Schw­er­punkt “Der dig­i­tale Wan­del im Han­del” ist “geistreich78” regelmäßig Medi­en­part­ner bei Branch­en­events, wie z.B. dem plen­ty­mar­kets Händlertag, Meet Magento oder dem Grün­derevent Bits & Pret­zels._

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